NAFFO Diplomatisches Frühstück mit Israels Botschafter Jeremy Issacharoff

NAFFO Diplomatisches Frühstück mit Israels Botschafter Jeremy Issacharoff

Israels neuer Botschafter, S.E. Jeremy Issacharoff, nahm bei unserer mit über 40 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung in Berlin-Mitte eine Bestandsaufnahme der deutsch-israelischen Beziehungen vor. Anwesend waren Bundestagsabgeordnete, Diplomaten sowie NAFFO-Mitglieder.

Issacharoff, der gerade aus Israel zurückgekehrt war, wohin er den damaligen Außenminister Sigmar Gabriel begleitet hatte, berichtete von Gabriels Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu am Vortag. Im Zentrum seiner Ausführungen stand die enge Kooperation zwischen Deutschland und Israel in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung (deutsche U-Boote für Israel/israelische Drohnen für Deutschland), Automobilwirtschaft (Deutschland produziert die PKWs, Israel deren Technologie) und Cybertechnologie. Dies sei der richtige Weg: „Die Basis der deutsch-israelischen Beziehungen sollten gemeinsame Interessen, nicht Schuldgefühle bilden.“

Kritisch nahm Issacharoff zum Koalitionsentwurf von Union und SPD im Bereich Nahost Stellung: „Warum wird Israel nicht als jüdischer Staat erwähnt? Warum werden nur die israelischen Siedlungen und nichts anderes als völkerrechtswidrig bezeichnet?“ In der deutschen Nahostpolitik der vergangenen Jahrzehnte sei der israelisch-palästinensische Konflikt als das dominierende Thema angesehen worden, so der israelische Botschafter. Selbstverständlich sei nach wie vor eine Lösung für den Konflikt mit den Palästinensern notwendig, dieser stelle jedoch beileibe nicht das Hauptproblem im heutigen Nahen Osten dar: „Die arabischen Flüchtlinge flohen nicht wegen dem israelisch-palästinensischen Konflikt nach Europa und Deutschland.“

Zuletzt machte Issacharoff noch auf die Bedrohung Israels durch den Iran und die von ihm unterhaltene libanesische Hisbollah aufmerksam. Die – laut dem Botschafter – mit  weit über 120.000 hochmodernen und treffgenauen Raketen ausgestattete schiitische Miliz habe sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer schlagkräftigen Armee entwickelt und stelle aktuell die größte Gefahr für Israel dar, gegen die das Land angemessene Abwehrmaßnahmen vorbereite.